Welchen Reißverschluss-Schieber verwenden?

Wenn ihr gerne Taschen und Täschchen näht, dann sind euch ganz bestimmt schon die verschiedenen Reißverschluss-Schieber-Arten begegnet. In diesem Beitrag möchte ich auf die beiden, im Taschenbereich am meisten verwendeten Arten, Automatikschieber und Bügelschieber eingehen.

Doch was ist eigentlich der Unterschied? Und welche Vorteile haben beide Schieber-Arten? Für die „Mynta“ Geldbörsen-Serie empfehle ich z.B. immer lieber einen „Bügelschieber“ zu verwenden, da diese Geldbörse sich damit an manchen Stellen einfacher nähen lässt.

Wo wir auch direkt beim ersten Vorteil der Bügelschieber wären: Sie lassen sich auch von der Innenseite bewegen (also ohne am „Anfasser“ ziehen zu müssen). 

In welcher Situation ist das von Vorteil? 

Wenn es beim Reißverschluss-Nähen z.B. recht eng wird zwischen den Stofflagen und man nur schlecht an den Anfasser herankommt (wie bei der Mynta-Serie), dann kann man den Schieber einfach von der Rückseite verschieben/ziehen. 

Oder eine andere Situation, die vermutlich alle (ich auch) schon einmal erlebt haben: Die Tasche ist fertig genäht und muss (z.B. durch das Reißverschlussfach) gewendet werden. Hat man vergessen den Reißverschluss zuvor (zumindest ein gutes Stück) zu öffnen, dann kann der Bügelschieber trotzdem noch etwas von innen verschoben werden und der Reißverschluss lässt sich einfach aufziehen, ohne den (unzugänglichen) Anfasser bedienen zu müssen.

Automatikschieber schwieriger zu bewegen

Bei einem Automatikschieber wären die beiden vorherigen Situationen garnicht oder nur sehr schwierig möglich, denn diese Schieber-Art hat eine „Stopp-Automatik“. Das ist ein kleiner „Stopphaken“, der hochgezogen werden muss, um den Schieber bewegen zu können. Reißverschlüsse mit Automatikschiebern lassen sich also nur öffnen oder schließen, wenn der Anfasser betätigt wird, denn hierbei wird der kleine „Stopphaken“ automatisch hochgezogen.

Das macht den Automatikschieber wiederum auch etwas sicherer als einen Bügelschieber, denn sobald man den „Anfasser“ loslässt, stoppt der Schieber automatisch und der Reißverschluss öffnet sich nicht weiter als bis dahin.

Beim Bügelschieber könnte sich der Reißverschluss (ungewollt) weiter öffnen.

Beide Schieber-Arten haben ihre Berechtigung

Ich persönlich bevorzuge die Bügelschieber, da ich gerne einfach nur am Schieber drücke oder den Reißverschluss auseinander ziehe, um die Tasche zu öffnen. 😀 Sie sind generell etwas leichtgängiger zu öffnen.

Die Automatikschieber würde ich z.B. beim Nähen eines Rucksacks verwenden, da so sichergestellt ist, dass der Reißverschluss sich nicht von selbst öffnet und somit auch ein wenig besser vor Taschendieben schützt.

Wie erkennt man welchen Schieber?

Wie erkennt man jetzt beim Onlineshopping, um welche Art Schieber es sich handelt, wenn es nicht in der Beschreibung steht?

Optisch (auf einem Foto) sind die beiden Schieber oft nämlich kaum auseinander zu halten, aber an einem kleinen Detail könnt ihr es (meistens) erkennen: beim Bügelschieber kann man nämlich wunderbar den festen, durchgängigen Bügel erkennen, an dem der lose Anfasser befestigt ist.

Beim Automatikschieber sieht man (manchmal), dass der Bügel nicht durchgängig ist, da er ja eine Beweglichkeit benötigt, um den Stopphaken hochzuziehen. Leider ist das nicht immer ersichtlich, da die Mechanik auch ins Innere des Schiebers verlegt sein kann. Im Zweifelsfalls (und wenn es für euch von Belang ist) einfach bei dem Shop nachfragen.
Testet gerne mal, ob ihr auf dem folgenden Foto erkennen könnt, welche Schieber welche sind (Auflösung unter dem Foto).

Übrigens: verwendet ihr Endlos-Reißverschluss, dann passen meistens beide Schieber-Arten auf denselben Reißverschluss, sodass ihr hier deutlich flexibler seid, als mit „fertigen Reißverschlüssen“. Probiert es mal aus!

Automatikschieber: 1, 3, 5
Bügelschieber: 2, 4, 6, 7

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